Lerntherapie

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Konzept

Eltern, die mit ihren Kindern zu uns kommen, berichten oft, dass verschiedene erzieherische Maßnahmen, verstärktes Üben, Klassenwiederholungen und andere Hilfeversuche keine Leistungsverbesserungen bewirkt haben und das Problem eigentlich immer schlimmer wurde. Nicht selten belastet diese Situation die gesamte Familie stark.


Zu unserer Arbeit gehören daher, neben der gezielten Förderung des Kindes, auch die Beratung und Unterstützung im Umfeld des Kindes, vor allem der Eltern und Lehrer im Umgang mit den Lernstörungen, so dass nicht länger der Schulstress das Familienleben beherrscht und belastet.


In der integrativen Lerntherapie wird also das gesamte System betrachtet, in das das Kind mit der Lernstörung eingebettet ist. Dieser Art des therapeutischen Umgangs mit schulischen Lern- und Leistungsstörungen liegt der integrative Ansatz der Wissenschaftler Helga Breuninger und Dieter Betz (Teufelskreis Lernstörungen) zugrunde. Als Basis für diese Vorgehensweise, dient eine problemausgerichtete, fachgerechte und genaue Befunderhebung, mittels geeigneter und aussagekräftiger Test – und Beobachtungsverfahren. Lerntherapie ist kein medizinisches Heilmittel und wird deshalb auch nicht vom Arzt verordnet. Die Kosten für die Lerntherapie gehen bei uns zu Ihren Lasten. Die Preise richten sich nach dem ermittelten Stundenbedarf, bitte sprechen Sie uns an.

LRS - Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie)

Lesen und Schreiben sind unerlässliche Kulturtechniken für das Lernen in Schule und Beruf und das allgemeine gesellschaftliche Leben.

Daher sind viele Eltern zu Recht besorgt, wenn ihr Kind besondere Schwierigkeiten beim Erlernen dieser grundlegenden Fähigkeiten hat und sich oft auch noch Angst vor Klassenarbeiten, der tägliche stundenlange Kampf mit den Hausaufgaben oder „Schul-Bauchweh“ einstellt. Diese erheblichen Probleme „wachsen“ sich entgegen weit verbreiteter Hoffnungen nicht „aus“, denn dahinter steckt möglicherweise eine genetisch bedingte, also angeborene Lese- Rechtschreibstörung (Legasthenie) im Sinne einer Entwicklungsverzögerung bei mindestens durchschnittlicher Begabung. Davon sind ca. 6% aller Schüler betroffen.

Bei weiteren 10-20% der Schüler liegt eine Lese-Rechtschreibschwäche vor, die z. B. durch besondere seelische Belastungen, unregelmäßigen Unterrichtsbesuch oder einen Schulwechsel bedingt sein kann und oft vorübergehend ist.
Betroffene Kinder entwickeln meistens auch psychische Sekundärsymptome wie Ängste, Lernblockaden, Konzentrationsprobleme oder Verhaltensauffälligkeiten.

Definition Legasthenie
International ist die Legasthenie als „umschriebene Entwicklungsstörung des Lesens und Schreibens“ definiert. Das bedeutet, dass biologische Ursachen das Erlernen von Funktionen beeinträchtigen oder verzögern, die mit der Reifung des zentralen Nervensystems verbunden sind. Diese Funktionen müssen aber bis zum Einschulungsalter intakt sein, damit das Kind störungsfrei lesen lernen kann.
Die Einschränkungen werden lange vor der Geburt im Entwicklungsgeschehen angelegt (genetisch bedingte familiäre Legasthenie) oder sie entstehen im zeitlichen Umkreis der Geburt durch eine Schädigung, etwa durch Sauerstoffmangel.
Anregungen der Sprachentwicklung durch das Elternhaus und Einflüsse der elterlichen Erziehung haben lediglich zusätzliche bis keine Bedeutung.

Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.

Legasthenie hat aber auch positive Seiten. So zeigen sich bei fast jedem Betroffenen:

  • ein auffälliges technisches Verständnis
  • hohe Kreativität
  • und hohes soziales Bewusstsein
  • Mehr und noch ausführlichere Informationen finden Sie auf der Homepage des Deutschen Dachverbandes Legasthenie e.V.

Wie äußert sich eine LRS?
Neben den genannten psychischen Reaktionen beobachtet man Lese- und/oder Rechtschreibleistungen, die unter dem Niveau liegen, das aufgrund des Alters des Kindes und seiner allgemeinen Intelligenz zu erwarten wären. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Defizite in der sog. phonologischen Bewusstheit, also in der Fähigkeit, die Lautstruktur der gesprochenen Sprache zu erkennen, und / oder Defizite in der Erfassung der Wortbildstruktur und die mangelnde Speicherungsfähigkeit dieser Buchstabenbilder als bekannte Worte, u.a. zur Legasthenie führen können.  Man stellt fest, dass LRS-Kinder die gleichen Fehler machen wie nicht betroffene Kinder, jedoch häufiger und über längere Zeit. Daher sind die folgenden Merkmale nicht als „typische LRS-Fehler“, sondern als Hinweise auf das mögliche Vorliegen einer LRS zu verstehen:

I. Einige Risikofaktoren im Vorschulalter:

  • Sprachentwicklungs-Störungen und -Verzögerungen
  • Auffälligkeiten in der motorischen Entwicklung,…

II. Einige Merkmale beim Lesen:

  • Schwierigkeiten beim Zusammenschleifen von Einzellauten zu Silben und von Silben zu Wörtern
  • Mühsames Erlesen von Häufigkeitswörtern wie „der“ oder „ein“ statt Erkennen auf einen Blick
  • Veränderung der Reihenfolge von Buchstaben (z.B. „Korne“ statt „Krone“)
  • Auslassen oder Hinzufügen von Buchstaben
  • Verwechslung gestaltähnlicher Buchstaben (z.B. „b“ – „d“, „f“ – „t“)
  • Langsames, stockendes Lesen
  • Mangelndes Sinnverständnis
  • Raten statt Lesen,…

III. Einige Merkmale beim (Recht-) Schreiben:

  • Auffallend hohe Fehlerzahl, auch bei intensivem Üben
  • Viele Fehler in ungeübten Texten, in geübten Texten dagegen eventuell geringere Fehlerzahl
  • Verwechslung gestaltähnlicher Buchstaben (z.B. „b“ – „d“, „f“ – „t“)
  • Schwierigkeiten beim Heraushören und Erkennen von Lauten
  • Auslassen, Hinzufügen oder Umstellen von Lauten (z.B. „Bume“ statt „Blume“, „Karete“ statt „Karte“, „Korne“ statt „Krone“)
  • Verwechseln ähnlicher Laute (z.B. „b“ – „p“/ „g“ – „k“/ „o“ – „u“, …, daher z.B. „Tupe“ statt „Tube“)
  • Besondere Schwierigkeiten beim Erlernen und Anwenden von Rechschreibregeln, z. B. Groß- u. Kleinschreibung, Doppelkonsonanten, -ie-
  • Probleme beim Verfassen von Sätzen und Texten,…